Begegnungsprogramm Spanien: Schüleraustausch und Internationales Praktikum

Besuch in Jaén 7.3.-17.3.2018

„So einen Austausch kann man jedem empfehlen“, war das Resümee eines Teilnehmers aus der 25köpfigen Schülergruppe aus den 8. bis 10. Klassen der HHS, die sich auf die lange Reise nach Südspanien zu unserer Partnerschule IES Santa Catalina de Alejandría in Jaén gemacht hatte. Die gleichaltrigen Partnerinnen und Partnern ließen sie am spanischen Familienleben teilnehmen und waren wunderbare Gastgeber.

Zum 10-tägigen Programm zählten Ausflüge zu sehr bekannten Zielen des Weltkulturerbes nach Granada, Córdoba, Úbeda und Baeza. In Pegalajar war die Olivenverarbeitung anschaulich zu sehen und die Verkostung verschiedener Olivenöle sensibilisierte für die hohe Qualität der Produkte. Diese werden u.a. auch zu Kosmetika weiterverarbeitet und in einer Kooperative verkauft. Pegalajar liegt hoch über dem Tal des Guadalquivir-Flusses. Die Aussicht war auf einem Höhenwanderweg durch Pinienwälder zu sehen. Aktuelle Nutzungskonflikte für das Wasser haben die bis 2015 reichlich sprudelnde Quelle ausgetrocknet, so dass der Terrassenfeldbau gänzlich aufgegeben werden musste. Die Felder erstrecken sich seit der maurischen Vergangenheit in einem weiten Tal. Sie waren mit einem sehr ausgeklügelten System aus nur einer Quelle bewässert worden.

Auch auf diesem Ausflug gab es kundige Personen, die uns führten und die verschiedenen Themen anschaulich machten. Unser Wanderführer lud uns in seine eigene „cueva“ ein. Wohnungen in Höhlen werden heute nur als Ferienappartements angeboten, aber in der Vergangenheit waren sie Haupt-Wohnungen mit angenehmen Temperaturen zu allen Jahreszeiten. Anschließend konnten wir in einem kleinen Heimatmuseum zahlreiche Gegenstände sehen, die für den Alltag in Schule, Familie und Landwirtschaft noch vor wenigen Jahrzehnten benötigt wurden.
Unterricht in unserer Partnerschule zeigte den aktuellen Schulalltag. Gemeinsame Spiele mit PC-Nutzung oder Kamera zur Erkundung der Stadt, als Quiz zum Ausflugsprogramm oder auch über Mathekenntnisse sowie das gemeinsame Töpfern unter Anleitung eines Fachmanns an der Töpferscheibe waren kein Problem für die deutsch-spanischen Schülerteams.

Die Verständigung fand vor allem in spanischer und englischer Sprache statt, aber einige spanische Schüler besuchen Deutschkurse. Das war vor allem eine Voraussetzung für die Praktikanten. Zum ersten Mal war die Möglichkeit eines freiwilligen Schülerpraktikums in das Begegnungsprogramm integriert. Vier HHS-Schüler absolvierten ein solches Praktikum in Vorschulen, bei einem Architekturbüro und in der Provinzbibliothek. Dort haben sie als Pioniere das Verständnis für in Spanien unbekannte Schülerpraktika geschaffen und den Weg bereitet für künftige Praktikanten. Die Bewertung der gemachten Erfahrungen von Schülern und Praktikumsbetreuern waren sehr positiv.

Jaén ist eine Provinzhauptstadt mit einer berühmten Kathedrale und einer modernen Universität. Hoch über der Altstadt befindet sich eine Burganlage, von wo man eine weite Aussicht über die Stadt mit 100.000 Einwohnern, die umgebenden Berge und weite Olivenhaine hat. Die arabische Vergangenheit Andalusiens ist an vielen Stellen sehr anschaulich zu sehen. Zwischen den spanischen und deutschen Schülerinnen und Schülern und ihren Familien sind Freundschaften entstanden, die auch in Zukunft weiter gepflegt werden. Es gibt schon Verabredungen für die Sommerferien – bei sicher weniger wechselhaftem Wetter als in diesen Märztagen.

Die Austauschprogramme gibt es seit der Einführung von Spanisch als 2. Fremdsprache an der HHS vor 7 Jahren. Sie sind fester Bestandteil im Angebot beider Schulen. Die guten Erfahrungen und die intensive Zusammenarbeit zwischen allen Teilnehmern, Eltern und den interessierten und engagierten Kollegen beider Schulen bilden dafür die Grundlage.