Europa in Bewegung – Projektwoche an der Heinrich-Heine-Schule endet mit der Präsentation eindrucksvoller Projektergebnisse

Die erste Schulwoche nach den Herbstferien gestaltete sich für die Schülerinnen und Schüler der Heinrich-Heine-Schule auf eine besondere Weise: Anstatt dem regulären Unterricht nach Plan in den Klassen zu folgen, versammelten sie sich in Projektgruppen, um zum Thema „Europa in Bewegung“ zu arbeiten, ganz in Anlehnung an das aktuelle Jahresthema der Europaschulen „Europe in Motion“.

Während der fünf Projekttage wurde das Motto auf unterschiedliche Weise von den Schülerinnen und Schülern betrachtet, umgesetzt und mitgestaltet. In rund 50 Projekten widmeten sie sich Themen in den Bereichen Kunst, Kultur und Sport, hinterfragten Bekanntes, erforschten und erprobten Neues und erweiterten so ihr Wissen.

Im wörtlichen Sinne um Bewegung ging es in den spiel- und sportbezogenen Projekten „Olympische Spiele“, „Spiel und Sport in Europa“, „Fußballcamp“, „Zumba“, „europäische Rückschlagspiele“ und dem Bau von menschlichen Pyramiden. Im Projekt „Bau von Indiacas“ mussten die sportlich Ambitionierten erst einmal ihre Indiacas anfertigen, bevor Spielideen ausgetestet werden konnten. Tänze und Rhythmen verschiedener europäischer Länder standen bei den Projekten „Europa tanzt“ und „Rhythmik, Musik und Bewegung“ im Mittelpunkt. Im Projekt „Europa in der Balance?“ konnten Zirkusbegeisterte ihre eigenen Zirkusmaterialien herstellen und erproben. Anderen eine Sicherheit beim Schwimmen zu gewährleisten stand im Mittelpunkt des Projektes „Schwimmabzeichen- sicher Schwimmen und Retten lernen“. Schülerinnen und Schüler höherer Jahrgänge hatten zudem die Möglichkeit, einen Erste-Hilfe-Kurs zu absolvieren.

Die Erkundung der nahen Umgebung bot das Projekt „Let's go!" an. Neben Wanderungen wurde eine Stadtrallye durchgeführt, bei der die Teilnehmer allerhand Wissenswertes über ihren Schulort erfuhren und auch selbst einen Wanderführer erstellten. Bewegend unterwegs war ebenfalls das Motto für die Schülerinnen und Schüler, die sich der Erkundung Frankfurts verschrieben hatten und damit der Frage nachgingen, auf welche Weise Frankfurt bewegt. Dem Frankfurter Flughafen als „bewegender Ort“ und wichtiger Knotenpunkt widmete sich eine weitere Schülergruppe, um u.a. dessen Bedeutung für die Menschen in der Region und für die Reisenden aus aller Welt zu erfragen. Im Projekt „Orientieren mit Karte und Kompass“ wurden die jungen Lerner zu Orientierungsexperten, machten sich Naturbeobachtungen und selbstgebaute Kompasse für das Zurechtfinden zunutze und berichteten voller Stolz von ihrer Schatzsuche, bei der natürlich eine eigens erstellte Schatzkarte zum Einsatz kam.

Dass Bewegung auch in einem übertragenen Sinne verstanden wurde, zeigte sich durch die Drittortbegegnung mit dem ABC College, der türkischen Partnerschule der Heinrich-Heine-Schule. Die Schülergruppen beider Schulen verbrachten eine Woche in Mannheim, um sich an diesem außerschulischen Ort besser kennenzulernen,  im Austausch Vorurteile der anderen Kultur gegenüber abzubauen und Freundschaften aufzubauen. Und das herzliche Miteinander, mit dem die Teilnehmer dieser besonderen Begegnung am Freitagnachmittag in Dreieich eintrafen und auf sich aufmerksam machten, sprach für sich.

Ländertypisches - und damit auch Länder- und Kulturverbindendes -  konnte bei einer Reise durch die europäische Küche, bei der Erstellung eines Reiseführers über Kroatien sowie in den Projekten „Kinder dieser Welt“, „Lateinamerika bewegt Europa!“ und „Europa deckt den Tisch“ in Erfahrung gebracht werden. Auch wurde das Thema „Europa in Bewegung“ unter gesellschaftsbezogenen Gesichtspunkten, so z.B. der Migrationsbewegungen in Europa, betrachtet. Dabei galt es herauszufinden, was genau die Menschen nach Europa bewegt und ob es sich bei der Migration um ein Phänomen unserer Zeit handelt. Das Projekt „Am Start das Ziel im Blick haben“ widmete sich dem Lauf des Lebens und ergründete, was das Leben lebenswert macht. Dabei beschäftigten sich die Projektteilnehmer  auch mit dem Tod als Ende des Lebensweges und dem gesellschaftlich-kulturellen Umgang mit dem Sterben. Unterstützt wurde das Projekt u.a. durch einen Mitarbeiter der Johanniter sowie Palliativmediziner.

Jüngere Schülerinnen und Schüler hatten die Möglichkeit, als „junge Forscher“ Europa zu bewegen, lesend in Bewegung zu sein, dem „Müll auf die Spur“ zu kommen, beim „Upcycling“ Altes zu Neuem zu verwandeln und in die Welt der Elben, Zwerge und Zauberer einzutauchen. Auch konnten sie sich über die Tiere Europas informieren, diese bei einer Exkursion in den Opel-Zoo hautnah erleben und sie anschließend in Form von Pappmaché-Figuren nachbauen. Die älteren Schülerinnen und Schüler konnten sich auf die Reise ihres T-Shirts begeben und so den Produktionsprozess von Kleidungsstücken kennenlernen. Den Schülerinnen und Schülern der Abschlussklassen war es möglich, sich eine Woche lang intensiv auf die Abschlussprüfung im Fach Mathematik vorbereiten. Im Projekt „REACH“ standen die Inhaltsstoffe unseres Alltags im Mittelpunkt, die bei verschiedensten Experimenten u.a. zu Badekugeln weiterverarbeitet wurden.

Kreative Köpfe und praktisch Veranlagte kamen ebenfalls auf ihre Kosten, indem sie eine Skulptur zur Verschönerung des Schulhofes gestalteten, Tattoos entwarfen, im Stile des spanischen Architekten Antoni Gaudí Bilder- und Spiegelrahmen anfertigten, Zeichen Europas im urbanen Raum suchten und fotografisch festhielten oder Helden Europas in Form von inszenierter Fotografie darstellten. Darüber hinaus erstellte eine Schülergruppe einen virtuellen Rundgang durch die Schule, andere drehten eine eigene Nachrichtensendung, bastelten Europa-Spiele oder lösten auf kreative Art und Weise kniffelige Rätsel, um aus geheimnisvollen Escape Rooms zu gelangen.

Die Ergebnisse dieser Projektwoche wurden dann am vergangenen Freitagnachmittag der Schulgemeinde präsentiert. Voller Vorfreude auf die vielversprechenden Projektergebnisse begrüßten die Schulleiterin Sigrid Harnischfeger und ihr Stellvertreter Stefan Rottmann die anwesenden Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer sowie Eltern und Verwandte. Dem großen Engagement der Schüler, Lehrer, Eltern sowie der externen Referenten und Workshop-Leiter sei  es zu verdanken, dass in den Projekten intensiv und mit großer Freude gearbeitet wurde und so bemerkenswerte Produkte entstanden sind, betonte die Schulleiterin, und gab damit den Startschuss für die Präsentationen.

Und die Vorfreude wurde nicht getrübt, denn die Schülerinnen und Schüler präsentierten stolz ihre Arbeitsergebnisse und gaben in überzeugender Weise ihre einstudierten Stücke zum Besten. Dabei war vom Klangkonzert über die Zumba-Tanzaufführung, die Pyramidenformation, dem Leseparkour bis hin zu englischen Sketchen und der EU als Mini-Theaterstück allerhand Sehenswertes zu bestaunen. Der Experimentierfreudigkeit der vielzähligen Besucher wurde ebenfalls Rechnung getragen, denn einige Projekte luden zum Ausprobieren und Mitmachen ein. Es war daher nicht verwunderlich, Geschwister oder gar Eltern beim Laufen auf Zirkusstelzen oder Stehen auf RolaBolas zu sehen, die so in den Genuss kamen, die „wacklige“ Zirkuskunst der Balance zu erproben. Auch war es möglich, sein bewegliches Geschick bei verschiedenen Sportspielen und beim Klettern unter Beweis zu stellen.

Für das leibliche Wohl war ebenfalls bestens gesorgt: Neben dem Kuchenbüffet des Schulelternbeirats und dem Getränkestand des schuleigenen Fördervereins luden die Leckereien der kulinarisch-orientierten Projekte zum Verweilen in der Cafeteria ein.

Der Präsentationsnachmittag endete mit der Aufführung des Improvisationstheaters, dem sich 40 Schülerinnen und Schüler zusammen mit der Theatergruppe RequiSiT im Projekt „Eine Woche Theater…und mehr“ verschrieben hatten. Diesem Auftritt fieberten vor allem die Schülerinnen und Schüler der höheren Jahrgänge gespannt entgegen, denn schließlich ist RequiSiT vielen ein Begriff, nämlich durch ihre eindrucksvollen Beiträge zur schulischen Präventionsarbeit, die bereits eine langjährige Tradition an der Heinrich-Heine-Schule haben.