Europaschul-Projekt der Heinrich-Heine-Europaschule mit der Schule I.E.S. Santa Catalina de Alejandría (Jaén - Spanien)

In diesem Jahr ist die Teilnehmergruppe des Begegnungs-Programms noch größer als in den Vorjahren: Insgesamt 50 spanische und deutsche Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe nahmen am Austausch und zum ersten Mal auch wahlweise an einem freiwilligen Internationalen Betriebspraktikum teil .

Die 25-köpfige Austauschgruppe aus unserer langjährigen Partnerschule I.E.S. Santa Catalina de Alejandría aus der Provinzhauptstadt Jaén (Südspanien) kam mit ihren Lehrern für 10 Tage zu Besuch nach Dreieich. Sie lernten Frankfurt als Banken- und Einkaufszentrum kennen und besichtigten den Commerzbank-Tower, die Opelwerke und den Flughafen, die einen Eindruck von der wirtschaftlichen Bedeutung des Rhein-Main-Gebietes vermittelten – worauf auch der Bürgermeister D. Zimmer beim Empfang im Rathaus hingewiesen hat. Seligenstadt und die Glaabsbräu-Führung zeigten, wie sich Arbeitgeber im Handwerk den modernen Anforderungen stellen. Traditionelles Handwerk war das Thema beim Ausflug in den Hessenpark. Die Schiffahrt auf dem Rhein bei Rüdesheim und die Weinbergstour waren ein Wunschziel der Gäste aus Andalusien – dabei haben sie auch das wechselhafte deutsche Wetter hingenommen. Die Teilnahme am Unterricht und Basketballspielen zum Abschluss in der neuen Sporthalle gaben Einblick in den schulischen Alltag hier.

Das Interesse am Schüleraustausch mit Dreieich ist an seiner spanischen Schule seit Jahren groß, meint der verantwortliche Leiter des Austauschprogramms Jose María Lopez Gallego. Deutschunterricht gäbe es bisher noch nicht an den Schulen in Jaén, die Notwendigkeit werde aber erkannt und die Planstellen dafür werden in absehbarer Zukunft an seiner Schule eingerichtet, was künftige Vorhaben zusätzlich unterstützt, so der spanische Kollege. Die Verständigung in verschiedenen Sprachen war für die Gruppe dennoch kein großes Problem. Die Heine-Schülerinnen und -Schüler lernen Spanisch als 2. Fremdsprache und freuen sich auf den Gegenbesuch in Spanien im nächsten Schuljahr.

„Alle haben sich prima verstanden“, „Wir haben uns so gut angefreundet“, “Das Begegnungsprogramm war eine großartige Erfahrung“ so die Kommentare der 50 teilnehmenden Mittelstufen-Schülerinnen und -Schüler und deren Eltern beim Abschiedsfest in der HHS. Die Gastgeber hier haben sich viel Mühe gegeben, ein deutsches und internationales Buffet zum Grillabend zu gestalten. Sie haben die Gäste gerne ins Familienleben integriert und ihnen den Aufenthalt so angenehm wie möglich gemacht. Am Wochenende hatten sich viele zum Eintracht-Spiel verabredet
und den Sieg angemessen gefeiert.


Das aktuelle Begegnungs-Programm hatte diesmal noch eine dritte Komponente: Eine spanische Lehrergruppe nahm den Vorschlag an, "Berufsorientierung" an der HHS kennenzulernen. Dazu haben sie europäische Fortbildungsmittel zum "jobshadowing" genehmigt bekommen und sind zur gleichen Zeit hier gewesen (18.- 28.2017).

Die Lehrkräfte der HHS luden die 6-köpfige Fortbildungs-Gruppe zu Hospitationen in ihrem Unterricht ein. Nachmittags boten auch eine Reihe von externen Kooperationspartnern Besuche und Gesprächsrunden zu den Themen der Berufliche Bildung an, so etwa die lokalen Schulberater der Agentur für Arbeit, die IHK Offenbach, der hiesige Abgeordnete H. Honka im Hessichen Landtag, das Main-BIZ in Frankfurt, Pittler-Proregio in Langen und die Praktikumsbetriebe selbst.

Schüler-Betriebspraktika, Girls-/Boys-Day, Duale Ausbildung oder die Organisation der Berufsorientierung im Unterricht für Jugendliche sind im spanischen Schulwesen der Mittel- und Oberstufe oder bei dortigen Arbeitgebern nicht verankert.

Die Lehrer-Fortbildungsgruppe nimmt vielseitige Informationen und Anregungen mit zurück in den Schulalltag unserer spanischen Partnerschule – eine gute Basis für die Vorbereitung der internationalen Schülerpraktika unserer Schülerinnen und Schüler in Jaén, denn Angebote für Praktikums-Stellen müssen für dieses Pilotprojekt dort nun gesucht und besprochen werden.


Die internationale Zusammenarbeit kann auch in Zukunft auf freundschaftlichen Kontakten zwischen der Schüler- und Elternschaft und den Lehrkräften unserer beiden Partnerschulen aufbauen – wir machen Austausch das ganze Jahr über ...