Individueller Schülerinnen-Austausch

Zwei Mädchen: Lilly Fiedler besucht die 10.Gymnasialklasse der Heinrich-Heine-Schule in Dreieich und ist von Anfang an dabei, wenn es um internationale Begegnungen geht und um Aktivitäten, die, wie sie sagt „den Horizont erweitern“. Sie nimmt mit anderen 5.- und 6.-Klässlern der HHS gemeinsam mit englischen Schülern am Activity-Camp in Gilwell teil, reist im Rahmen eines HHS-Erasmus-Programms nach Tschechien, fährt mit dem Club Franꞔais nach Metz und macht in der 9.Klasse ein Betriebspraktikum in einem französischen Kindergarten. Manon Honsaἵ ist in der Oberstufe des Lycée Charles Péguy in Orléans. Sie liebt die deutsche Sprache und wird in zwei Jahren das deutsch-französische „Abi-Bac“ machen.

Manon möchte einen Monat lang nach Deutschland kommen und dort zur Schule gehen. Es gibt private Kontakte zu zwei Lehrerinnen an der HHS – und da gibt es Lilly, die die Gelegenheit sofort beim Schopf greift. Beide Schulen und die Eltern der Schülerinnen unterstützen die Mädchen und so entsteht ein ganz individueller Austausch, bie dem Lilly und Manon für jeweils vier Wochen gemeinsam in Orléans und dann in Dreieich zur Schule gehen. Dort lernen beide voneinander, was sie gemeinsam haben und was sie unterscheidet.

Befragt nach den Unterschieden nennt Lilly das oft mehrgängige Abendessen und die langen Schulzeiten bis in den späten Nachmittag. Ihr kommt das Leben in Frankreich nicht so reglementiert vor, und die Franzosen scheinen mit vielen Sachen nicht so pingelig zu sein, z.B. mit ihren Autos. Manon pflichtet bei: Die Deutschen sind sehr organisiert, auch die Lehrer und Lehrerinnen im Unterricht. Aber das Verhältnis zwischen Schülern und Lehrern empfindet sie als viel lockerer. „Die Lehrer und Lehrerinnen sind sehr nett und gehen auf die Schüler ein.“ Diese, findet sie, haben auch viel mehr Freizeit.

Besonders gefallen hat es Manon am Langener Waldsee, und Lillys schönstes Erlebnis war das Fest der Jeanne d`Arc, der Schutzpatronin von Orléans. Manches war auch schwierig, z.B. das Fernsein von Familie und Freunden oder die Mitarbeit im Unterricht in der anderen Sprache – aber Manon und Lilly sind sich einig: Ein Schüleraustausch bringt Lebenserfahrung und stärkt das Selbstvertrauen. Er dient der Persönlichkeitsentwicklung und verbessert die Sprachkenntnis und die beruflichen Perspektiven. Sie raten allen interessierten Schülern und Schülerinnen: „Probiert es aus. Ihr müsst euch einfach nur darauf einlassen!“